Info | Vom 1.4. bis 15.7. ist Brut & Setzzeit

März 24, 2016

Info | Vom 1.4. bis 15.7. ist Brut & Setzzeit

Text | Hundeklick

Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, die Temperaturen werden milder – das perfekte Wetter um den Vierbeiner einzupacken und in den Wald zu fahren. 

Doch vor Ort sieht man dann das Schild, das einem gleich die Laune vermiest: Hunde bitte anleinen.

Da hatte man sich so auf einen entspannten Spaziergang ohne Leinenwirrwarr gefreut, wo Hundi mal nach Lust und Laune schnuffeln kann – und jetzt soll unser bester Freund auf vier Pfoten zurück ins Leinengefängnis?

Ach, diese paar Meter.. Im Wald ist eh keiner, der sich beschwert.  Also wird das Schild ignoriert und fröhlich losmarschiert. Bello freut sich: so viele tolle Gerüche, so viel Raum zum Bewegen. 
Schnüffel-Schnüffel... „Oh, hier riecht’s aber interessant, hier geh ich mal weiter.“ Schnüffel-Schnüffel… Raschel-Raschel… Bello hat – aus Versehen – ein Reh aufgeschreckt. „Oh – Reh! Jagdreflex! HINTERHEEEEER!“ Reh flieht, Bello im Trieb hinterher.

Vielleicht hat unser Hundehalter in der Situation Glück und der Rückruf greift – vielleicht auch nicht und das Reh entkommt. Oder eben nicht.  Hund angeleint und schnell weiter, bevor Bello völlig durchdreht. „Wir müssen dringend am Jagdtrieb arbeiten!“, denkt sich unser Hundehalter. Und damit ist die Situation für ihn erledigt.

Unser Reh (oder beliebiges anders Waldtier) kommt – im seltenen Idealfall – mit einem mächtigen Schock davon. Wesentlich wahrscheinlicher ist allerdings, dass unser Reh entweder trächtig war oder schon ein Kitz hat – und dieses Kitz nun seine Mama verliert, wenn es überhaupt das Licht dieser Welt erblicken darf.

Durch das gehetzt werden, geraten viele Tiere derart in Stress, dass sie nicht selten ihre noch nicht geborenen Babys verlieren. Zudem sind trächtige Tiere um vieles langsamer, so dass auch unser Bello, der sonst niemals ein Reh erwischt hätte, diesmal traurigen Erfolg gehabt hätte. Auch wenn die Tierbabys schon auf der Welt sind, könnte es unschöne Folgen haben, denn verscheuchte Mütter (auch die, die bei der Jagd vielleicht einfach „im Weg“ sind) kehren oft nicht zu ihren Nestern zurück, so dass der Nachwuchs dort elendig verhungern muss. Dass ein Hund (insbesondere trächtige Tiere) durchaus auch erwischen und töten kann, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Und ich möchte NIEMALS die Todesschreie eines gerissenen Rehs hören müssen. 

Eigentlich bin ich wirklich ungern die, die mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt und Gesetze durchsetzen will, aber heute möchte ich euch bitten: Haltet euch an die Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit! Bleibt auf den Wegen und stört die Tiere nicht! Bitte nehmt auch auf Feldern und Wiesen Rücksicht, weil dort die Hasenbabys in ihren Mulden versteckt sind.

Denn wenn wir weiterhin in Wald und Wiese mit unseren Wuffs laufen wollen, sollten wir diese nicht zerstören. Mal ganz davon abgesehen, kann es wirklich teuer werden, wenn man erwischt wird. Je nach „schwere der Beschädigung“ werden 500,- bis 10.000,- Euro fällig! 

In vielen Gebieten sind kurze Leinen kein Zwang und so kann man entspannt mit dem Hund an der Schleppleine spazieren gehen (vorrausgesetzt der Hund bleibt auf dem Weg.) Auch Flexi-Leinen sind hier immer wieder im Einsatz, weil sie nicht über den Waldboden schleifen.

Wenn ihr eine Flexileine benutzt, tut mir bitte einen persönlichen Gefallen: Hängt ein Bändchen/Schleifchen/Was-auch-immer dran. Die Leinen sind leider fast unsichtbar und ich deshalb schon bös‘ mit dem Fahrrad gestürzt. 

Wir wünschen euch natürlich trotzdem viel Spaß – genießt das Wetter!



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